Grundschule Buxheim

 

Buxheim und seine Schule

Im Jahre 781 ist Buxheim unter den Ausstattungsgütern des Bistums Eichstätt vermerkt, war jedenfalls Urpfarrei. Als Pussenesheim wird der Ort 909 erstmals urkundlich erwähnt. Ortsadelige von Tauberfeld werden zwischen 1142 und 1277, Adelige in und von Buxheim erstmals 1204 -  1243 genannt. Buxheim hat die Bezeichnung "Fürstbischöfliches Dorf".

Bei der Visitation erklärt der Pfarrer 1480, dass sein Volk, das "grob" sei, genügend instruiert sei im Symbolum apostolicum (Glaubensbekenntnis), im Gebet des Herrn und in den 10 Geboten. Es muss also schon damals in irgendeiner Form, wahrscheinlich durch den Geistlichen selbst, unterrichtet worden sein.

Als erster Schullehrer ist uns 1555, nach Einrichtung einer Schule, Johann Wagner mit Namen genannt. Er wohnt im Frühmesshaus, das er baulich unterhalten muss. 1570 verdient der Lehrer 4 Gulden jährlich, wenn er das ganze Jahr Unterricht hält. 1598 wird dieser Betrag auf 10 Gulden erhöht.

1582 lässt sich in Buxheim ein Schneider nieder, der anfängt, Schule zu halten (Winkelschule!). Da der Schneider "kaum qualifiziert" sei, verlangt der Pfleger von Nassenfels vom Generalvikar, dass dieser dem Schneider das Schulehalten verbiete. Die Entscheidung kennen wir nicht.

Im Jahre 1602 -  der Lehrer wohnt noch immer im Frühmesshaus -  erhält der Lehrer 4 Gulden von der Frühmesse und für 6 Gulden das Essen beim Pfarrer. Daneben hat er einige Äckerlein und Wiesen und muss an Samstagen eine volle Stunde für die armen Seelen läuten.

Am 15. Februar 1645 wird Richard Schum als Schullehrer aufgenommen. Der Generalvikar berichtet von ihm, dass er so viel lesen und schreiben kann, dass es für die Bauernjugend genügen dürfte.

1670 heißt der Schulhalter Krach. Wo das Schulhaus stand, ist uns nicht überliefert. Kanonikus Beisser schreibt in seinem Visitationsbericht 1689 jedenfalls, dass es inzwischen ruinös "im 8. Grad" sei.

1690 wird ein neues Schulhaus erbaut, das der Visitationsbericht von 1722 als "recht anständig" beschreibt. Die Arbeiten werden an einen Italiener vergeben, der beim Bau des Bräuhauses und bei der Kirche schon gebraucht worden und  in Buxheim also anwesend war. Von 1696 - 1748 ist Albert Friesegger Schulmeister und Mesner, von 1755 - 1760 Kaspar Westermayer, der aus für uns unbekannten Gründen nach Titting strafversetzt wurde. Für ihn kommt 1764 von dort Hans Georg Schmid mit seinem Schwiegersohn Kaspar Hallermayer. Beide müssen sich bis zu Schmids Tod im Jahre 1769 das Einkommen teilen. 1770 muss Hallermayer wegen verschiedener Klagen des Pfarrers den Dienst quittieren. Seine Stelle nimmt von 1770 - 1788 Hans Peter Leuthner aus Nassenfels ein. 1777 hat er 50 schulpflichtige Kinder, die jedoch insbesondere  "bei einfallenden Feiertagen" fehlen, um den "Schulkreuzer" zu sparen. Die reichen Kinder gehen wegen des Lateinunterrichts sowieso zum Frühmesser in die Schule, um dann Studienanstalten besuchen zu können.

Am 4. April 1788 löst Andreas Leuthner seinen Vater als Schulmeister ab. Aus den Visitationsakten von 1795 ist uns Folgendes bekannt: Die schulfähigen Kinder sollen an Werk- und Feiertagen vor dem Gottesdienst in der Schulstube gesammelt und paarweise in die Kirche geführt werden. Schwänzer sollen nach der 1. und 2. fruchtlosen Ermahnung mit der Rute bestraft werden. Da die Jugend im Sommer von der Schule wegbleibt und das im Winter Erlernte wieder vergisst, soll der Schullehrer am Sonntag vor der Christenlehre 1 - 1 1/2 Stunden wiederholen. Für Väter, die den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder nicht streng genug überwachen, wird über weltliche Amtshilfe eine empfindliche Strafe erbeten.
Der Lehrer gibt im gleichen Jahr zu Protokoll, dass der Unterricht nur von Michaeli bis Ostern gehalten werden könne, "weil dann keine Kinder mehr kommen".

Über die folgenden fast 100 Jahre sind an der Schule keine Aufzeichnungen vorhanden. Hier muss die Chronik leider lückenhaft bleiben. In den ältesten verbliebenen Akten lassen sich dann diese Lehrernamen finden:    
 

1888 Anastasia Pemsel

1889/90 Ritter

1890/91 Thiel

1891/95 Brehm

1895/96 Zopf

1896/97 Eder

1897/99 Siebentritt

1899/1900 Wolf

1900/1902 Graf


Die Zensurlisten dieser Zeit sind in gestochen schöner und peinlich sauberer Schrift geführt. In scharfer Knappheit sind die darin enthaltenen Charakterisierungen der Mädchen und Buben formuliert, wobei fast nur negative Aufzeichnungen nachlesbar sind.

Einige Kostproben verdeutlichen dies anschaulich:
"Ein sehr boshaftes Mädchen."
"Ein Schwätzmaul."
"Scheinheilig!"
"Nicht unterrichtsfähig."
"Ein schläfriger Kamerad."
"Die größte Plage des Lehrers."
"Ganz stupid."
"Ein unerzogenes Vaterbübchen."
"Faulheit mit Dummheit gepaart."

1895 wird das Schulhaus am Kirchenring errichtet. Das Gebäude kostet 19000 Mark. Davon bezahlt die Kirchenstiftung 1279 Mark. Während der Bauzeit kommt die Schule in der "Kellermann" - Wirtschaft nahe der heutigen Mariensäule unter.
 

 

    

  

 Altes Schulhaus von 1895  

 

 

 

Zumindest ab 1902, verbürgt bis 1913, lehrte Oberlehrer Fischer in dem neuen Schulhaus. Eine gewisse Zeitspanne wird damals auch eine Lehrerin mit Namen Dottl erwähnt. Jedenfalls existiert mit ihr ein Klassenfoto aus dem Jahre 1909. Ihre Klasse zählte 73 Kinder.

Oberlehrer Fischer machte 1913 Platz für den legendären Oberlehrer Matthias Schneider, auch "Papa" Schneider genannt. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst Anfang 1944 prägte er das Buxheimer Schulleben. Er unterwies die Klassen 4 bis 7.

 

 

 

"Papa" Schneider

    

 

 

 

Wegen mangelnder Beleuchtung im Klassenzimmer gab es bis zum Hellwerden Kopfrechnen. Berühmt war er auch für die Pflege des Rechtschreibens durch unzählige Diktate. Die unteren Klassen wurden geführt von Frl. Kiener, Frl. Boegelein (1918-19), Frl. Rupp (1920-21), Frl. Trebes (1921-28), Frl. Bruckner (1928-30), Frl. Stutzenberger (1930 - 31),   Frl. Greiner (1931- 32), Lehrer Jordan (1933- 39).

Von 1939 - 1944  unterrichtete an Schneiders Seite die Klassen 1 - 4 dann seine eigene Tochter, die "Lehrer- Anni" genannt. Sie wurde 1944 abgelöst von einer uns namentlich unbekannten Kollegin aus Landshut, die 1 Jahr lang mit Franz Seel Dienst tat. Dieser wurde von 1944 bis Januar 1945 Nachfolger von "Papa" Schneider. Dann erkrankte er.

     

 

 

 

  OLin i. R. Schimmer

 

 

 

Als Aushilfe für ihn kam Frl. Maria Haindl nach Buxheim, bestens bekannt als  Oberlehrerin i. R. Maria Schimmer. Sie war bis 31.12.1972 in Buxheim im Dienst und lebte bis zu ihrem Tod angesehen, rührig und engagiert für viele Gemeindeangelegenheiten im Ort.

Von Kriegsende bis zum Ablauf des Monats September fand keine Schule statt. Im Oktober 1945 betreute Maria Schimmer (Haindl) dann 200 (!) Kinder, dazu die Berufsschule. Von November 1945 bis Juli 1946 stand ihr dann Lehrer Josef Vogl zur Seite. Ihm folgte Lehrer Förster, der in Buxheim von 1946 - 1947 Unterricht hielt.

  

Eine Übersicht über die anderen Lehrkräfte von der Nachkriegszeit bis heute ergibt sich aus den Akten wie folgt:
 

1947 -  1959 HL Otto Gabold, Schulleiter

1947 -  1948 LIN Anni Leiderer

1949 -  1952 L Matthäus Harrer

1950 -  1962 L Franz Smolka, ab 1959 Schulleiter

1952 -  1953 LIN Luise Riedl

1959 -  1962 L Lorenz Winter

    

Als Schulleiter waren seit dem Schuljahr 1962/63 tätig: 

1962 -  1973 HL Michael Strobl, vom 1.8.1973 bis 31.7.1988

1973 -  1980 HL Wilhelm Werner

1980 -  2003  HL Herbert Wich, zum Rektor ernannt am 4. März 1985

2003 -  2010  R Josef Bauer  

ab 2010          Rin Monika Lindermayer  

 

Quelle: Festschrift zur Einweihung der Volksschule Buxheim am 28. April 1991